Wie funktioniert Verhütung?

Viele Frauen wissen nicht, wie ihre eigene Verhütungsmethode überhaupt funktioniert. Wir klären euch auf!

Verhütung ist so eine (Frauen-)Sache!?

Wissenslücke Verhütung

Verhütungsmethoden gibt es viele. Welche für dich infrage kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab und sollte immer gemeinsam mit der/dem Frauenärztin/Frauenarzt entschieden werden. Aber: Viele Frauen haben keine Ahnung, wie die unterschiedlichen Verhütungsmethoden genau funktionieren bzw. wo die Vor- und Nachteile der jeweiligen Methode liegen. Wie entscheidest du also, welche Verhütung für dich die Beste ist?

Wusstest du zum Beispiel, dass nicht bei jeder hormonellen Verhütung der Eisprung gehemmt wird? Oder dass das Verhütungsschirmchen nur durch Hormone in der Gebärmutter verhütend wirkt? Und dass die Pille eben nicht so sicher ist, wie viele Frauen meinen?

mehr über hormonelle Verhütung

Verhütungssicherheit ist messbar

Ein wichtiger Faktor bei der Wahl des Verhütungsmittels ist – neben der Verträglichkeit – vor allem die Sicherheit. Das Maß für die Zuverlässigkeit einer Verhütungsmethode bezeichnet man als Pearl-Index, benannt nach dem amerikanischen Biologen Raymond Pearl (1879– 1940).

Der Pearl-Index nennt die Zahl der Schwangerschaften, die eintreten, wenn 100 Frauen ein Jahr lang ein bestimmtes Verhütungsmittel anwenden. Der Pearl-Index kann in seiner Größe variieren, da er sich zum einen auf die perfekte, fehlerfreie Anwendung, zum anderen aber auch auf die typische Anwendung in der Praxis bezieht. Es gibt KEINE Verhütungsmethode, die zu 100 Prozent wirksam ist, aber je kleiner der Zahlenwert des Pearl-Index, umso sicherer! Eine Verhütungsmethode mit dem Pearl-Index von 0,33 ist sicherer als eine mit 0,9.

Die praktische Anwendung zählt!

Aber Achtung: Häufig ergeben sich in der Literatur merkbare Schwankungen in den Zahlenangaben. Dies liegt daran, dass viele Verhütungsmittelhersteller die „reine Methodensicherheit“ angeben, ohne die typischen Anwendungsfehler oder Begleitumstände zu berücksichtigen.

Da Verhütungsmittel nur selten zu 100 Prozent perfekt und ohne jegliche Fehler angewendet bzw. eingenommen werden, geben wir in unseren Übersichten den „praktischen“ bzw. „typischen“ Pearl-Index an, der Anwendungsfehler mit einberechnet.

Verhütungssicherheit der einzelnen Methoden

Der Pearl-Index gibt die Zahl von Schwangerschaften an, die eintreten, wenn 100 Frauen ein Jahr lang mit dieser Methode verhüten. Um sich die teilweise kleinen Zahlen besser vorstellen zu können, haben wir für dich die Zahlen nicht auf 100, sondern auf 1.000 Frauen bezogen.

Verhütungsmethode Von 1.000 Frauen werden innerhalb des ersten Anwendungsjahres ungewollt schwanger
perfekt typisch
Keine Verhütung 850 850
Kondom für den Mann 20 bis 180
Kombinationspille und Gestagenpille 3 bis 90
Hormonpflaster 3 bis 90
Verhütungsring 3 bis 90
Dreimonatsspritze 2 bis 60
Kupferspirale/Kupferkette 6 bis 8
Sterilisation (Frau) 5 5
Verhütungsschirmchen/Hormonspirale 2 bis 4 2 bis 4
Hormonimplantat 0.5 0.5
Diaphragma 6 12

Quelle: J. Trussell/Contraception 83 (2011) 397–404
www.glowm.com

Wer’s glaubt, wird schwanger

Weitere Videos ansehen

Langzeit­verhütung:
Was steckt dahinter?

mehr erfahren

Pille vergessen?
Was tun?

mehr erfahren

Folge uns auf Instagram

mehr erfahren

Hast du auch schon mal gehört, dass die PILLE die sicherste Verhütungsmethode ist?

Das ist ein Mythos!
44 Prozent der Frauen haben in den letzten drei Monaten mindestens einmal vergessen, die Pille einzunehmen.*

Diese Unregelmäßigkeiten bei der Einnahme können die Verhütungssicherheit der Pille empfindlich beeinflussen. Auch können Durchfall oder Erbrechen oder die Einnahme bestimmter Arzneimitteln (z. B. Antibiotika, Johanniskraut-Extrakte oder Mittel gegen Epilepsie) den Abbau des Pillenwirkstoffs beschleunigen.

Moderne Langzeitverhütungsmethoden bieten einen Empfängnisschutz über einen Zeitraum von bis zu mehreren Jahren – Einnahmefehler wie z. B. das Vergessen sind dabei ausgeschlossen.

* Quelle: Kantar Health – Verhütungssituation Deutschland 2014