Notfallverhütung

Es gibt immer wieder Situationen, in denen es mit der Verhütung nicht so klappt wie geplant. Frauen stehen dann vor der Frage: „Könnte ich nun schwanger werden?“

Die „Pille danach“

Die Pille danach

Verhütungspanne? Keine Panik!

Nach einer Verhütungspanne solltest du erst einmal Ruhe bewahren. Die „Pille danach“ kann eine ungewollte Schwangerschaft innerhalb von 72 bis 120 Stunden nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr verhindern. Die „Pille danach“ erhältst du in der Apotheke. Du benötigst dafür kein Rezept und solltest nicht lange mit der Einnahme warten, denn je früher die „Pille danach“ eingenommen wird, desto besser.

In Deutschland gibt es zwei verschiedene „Pillen danach“. Die eine enthält eine relativ hohe Menge des Gestagens Levonorgestrel (LNG), die andere den Wirkstoff Ulipristal (UPA). Beide Pillen verschieben den Eisprung, eingedrungene Spermien treffen also auf keine Eizelle, weil der mögliche Eisprung nach der Anwendung der „Pille danach“ verzögert wird.

Nach dem Eisprung wirkt die „Pille danach“ nicht mehr. Auch eine schon bestehende Schwangerschaft wird von der „Pille danach“ nicht beeinflusst. Wichtig ist, dass sie auch nicht vor einer Schwangerschaft schützen kann, wenn in dem Zyklus ein weiteres Mal ungeschützter Geschlechtsverkehr stattfindet. Deswegen: Für den restlichen Zyklus muss zusätzlich verhütet werden, besonders wenn „Pille-danach“-Präparate mit Ulipristal angewendet wurden.

Pille danach nur für Notfälle

„Pille danach“ nur für den Notfall

Die „Pille danach“ ist kein Verhütungsmittel, sondern ein Notfallmedikament. Sie ist ausschließlich zur sporadischen Anwendung gedacht und sollte keinesfalls eine regelmäßige Verhütung ersetzen. Die wiederholte Anwendung innerhalb eines Zyklus ist wegen einer zu hohen Hormonbelastung und einer u. U. eingeschränkten Wirksamkeit nicht zu empfehlen.

Wichtig: In jedem Fall muss nach der Anwendung der „Pille danach“ weiter bzw. zusätzlich verhütet werden, denn sie schützt nicht vor einer Empfängnis im weiteren Verlauf des Zyklus. Wird die „Pille danach“ zusammen mit einer Verhütungspille angewendet, muss bis zum Zyklusende zusätzlich eine Barrieremethode, z. B. ein Kondom, eingesetzt werden.

Wichtigste Fakten zur „Pille danach“

Wie wirkt sie?

Die „Pille danach“ besteht aus nur einer Tablette. Sie wirkt, indem sie den Eisprung verzögert oder ganz verhindert. Sie wirkt nicht, wenn der Eisprung bereits erfolgt ist bzw. wenn sich eine befruchtete Eizelle bereits in der Gebärmutterschleimhaut eingenistet hat.

Wann wird sie eingenommen?

Je nach Präparat ist die „Pille danach“ innerhalb von 72 bis 120 Stunden nach ungeschütztem Verkehr anwendbar. Das ist sinnvoll, da die Spermien über Tage im weiblichen Körper überleben und eine Eizelle auch noch Tage nach dem ungeschützten Verkehr befruchten können. Sie sollte aber natürlich am besten so schnell wie möglich nach dem ungeschützten Sex angewendet werden, um mit hoher Wahrscheinlichkeit zu verhindern, dass es zu einer Befruchtung der Eizelle kommt.

Wie zuverlässig ist sie?

Wenn die „Pille danach“ rechtzeitig eingenommen wird, kann sie eine Schwangerschaft sehr sicher verhindern. Je früher sie eingenommen wird, desto zuverlässiger ist ihre Wirksamkeit.

Wo kann ich sie bekommen?

Die „Pille danach“ bekommst du ohne Rezept in der Apotheke. Am besten lässt du dich aber vor der Einnahme trotzdem von deiner Frauenärztin/deinem Frauenarzt beraten. Wenn du die „Pille danach“ verwendet hast, ist es für deine Ärztin/deinen Arzt wichtig, dass du davon berichtest. So kann die Ärztin/der Arzt über Alternativen beraten, die vielleicht besser als Verhütungsmethode zu dir und deinem aktuellen Leben passen.

Welche Nebenwirkungen hat sie?

Am häufigsten kann nach der Einnahme der „Pille danach“ Übelkeit auftreten. Weitere Nebenwirkungen können Blutungsstörungen wie Zwischen- und Schmierblutungen, Spannungsgefühl in der Brust, Kopfschmerzen, Schwindel, Unterleibsschmerzen, Durchfall, Erbrechen oder Müdigkeit sein.

Muss nach Einnahme der „Pille danach“ weiter verhütet werden?

Nach Einnahme der „Pille danach“ sind für den Rest des Zyklus unbedingt zusätzliche Verhütungsmaßnahmen erforderlich. Gut geeignet sind dafür Barrieremethoden wie Kondome. Wenn du zur Verhütung üblicherweise die Pille anwendest, solltest du die Tabletten aus der angebrochenen Packung wie gewohnt aufbrauchen, um Zyklusstörungen, also z. B. Zwischenblutungen, zu vermeiden. Bis zur nächsten Menstruationsblutung ist die Anwendung zusätzlicher Verhütungsmittel jedoch unabdingbar, weil der Hormonhaushalt durch die Einnahme der „Pille danach“ durcheinandergeraten kann und daher der Empfängnisschutz nicht mehr ausreichend gewährleistet ist.

Wann merkt man, dass die „Pille danach“ funktioniert hat?

Zyklusverschiebungen von einer Woche sind möglich. Bleibt die Monatsblutung länger als eine Woche nach dem erwarteten Termin aus, solltest du einen Schwangerschaftstest machen oder deinen Frauenarzt/deine Frauenärztin aufsuchen.

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