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Hormonimplantant

Das Hormonimplantat ist ein Kunststoffstäbchen, das auf der Innenseite des Oberarms direkt unter der Haut eingesetzt wird. Es wirkt bis zu drei Jahre empfängnisverhütend.

Wie oft muss ich daran denken?

3 Jahre

Das Hormonimplantat wird auf der Innenseite des Oberarms eingesetzt

Wie sicher ist die Methode?


Typischer Pearl-Index:

0,05
sehr sicher

Maximal eine von 1.000 Frauen wird pro Jahr trotz Hormonimplantat schwanger

Wie wird der natürliche Zyklus beeinflusst?

Ja. Der natürliche Hormonhaushalt wird beeinflusst, Eizellreifung und Eisprung gehemmt

Wie wirkt die Methode?


Ohne Östrogene. Ein Gestagen wirkt im ganzen Körper

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Beschreibung, Wirkweise & Sicherheit

Langzeitverhütung für drei Jahre

Langzeitverhütung für drei Jahre

Das Hormonimplantat ist ein zwei Millimeter dünnes und etwa vier Zentimeter langes Stäbchen, das über einen Zeitraum von drei Jahren das Gestagen Etonogestrel freisetzt und also systemisch im ganzen Körper wirkt und zuverlässig vor einer Schwangerschaft schützt. Das Hormonimplantat hemmt den Eisprung und macht den Schleim im Gebärmutterhals undurchlässig für Spermien. Außerdem wird die Gebärmutterschleimhaut nur in geringem Maß aufgebaut.

Die Verhütungssicherheit des Hormonimplantats ist sehr hoch. Es hat einen typischen Pearl-Index von 0,05. Es wird also maximal eine von 1.000 Frauen im Jahr trotz Hormonimplantats schwanger.

So wird das Implantat eingesetzt

Das Hormonimplantat wird unter lokaler Betäubung in den Oberarm eingesetzt. Dafür ist ein kleiner Schnitt notwendig.

Drei Monate nach dem Einsetzen sollte ein Kontrolltermin bei der Frauenärztin/beim Frauenarzt stattfinden – den weiteren Untersuchungsabstand legt die behandelnde Ärztin/der behandelnde Arzt individuell fest.

Das Verhütungsstäbchen kann bis zu drei Jahre liegen bleiben, anschließend wird es über einen erneuten Schnitt wieder entfernt.

Mögliche Vor- und Nachteile

Hormonimplantate haben eine hohe Sicherheit

Hohe Verhütungssicherheit

Das Hormonimplantat bietet einen sehr hohen Verhütungsschutz für einen Zeitraum von drei Jahren. Im Gegensatz zur Pille haben Erbrechen und Durchfall kaum einen Einfluss auf die Wirksamkeit. Auch Einnahmefehler treten nicht auf. Allerdings muss auch beim Hormonstäbchen an eine mögliche Wechselwirkung mit anderen Medikamenten gedacht werden, die die jeweilige Wirkung verstärken, aber auch herabsetzen kann.

Das Hormonimplantat eignet sich für Frauen, die nicht regelmäßig an die Anwendung eines Verhütungsmittels denken wollen, und für Frauen, die aus gesundheitlichen Gründen keine östrogenhaltigen Verhütungsmittel anwenden können oder wollen.

Neben- und Wechselwirkungen beim Hormonimplantat

Neben- und Wechselwirkungen möglich

Ähnlich wie bei der Pille können bei der Einnahme von bestimmten Medikamenten Wechselwirkungen auftreten. Antibiotika, Johanniskraut oder Mittel gegen Pilzerkrankungen und Epilepsie können die empfängnisverhütende Wirkung abschwächen. Auch starkes Übergewicht kann den Verhütungsschutz einschränken.

Weil Wirkstoffe des Hormonimplantats den Darm-Leber-Kreislauf mehrfach durchlaufen, ist ein Einfluss von Magen-Darm-Beschwerden auf die Verhütungssicherheit nicht auszuschließen.

Zur ausführlichen Erklärung von Risiken und Nebenwirkungen wende dich bitte an deinen Frauenarzt/deine Frauenärztin.

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Die wichtigsten Fragen und Antworten

Ist das Einsetzen schmerzhaft?

Nicht schmerzhafter als eine Spritze, denn der Einlagebereich wird lokal betäubt. Wenn die Betäubung nachlässt, kann es ein wenig schmerzen, jucken oder spannen. Auch eine leichte Schwellung oder blaue Flecken können auftreten. Bei stärkeren Beschwerden solltest du deine Ärztin/deinen Arzt aufsuchen.

Kann das Stäbchen „wandern“?

Wenn das Stäbchen korrekt eingelegt wurde, kann es aufgrund anatomischer Gegebenheiten nicht im Körper wandern. Kleine Verlagerungen um Millimeter oder wenige Zentimeter sind im Einzelfall jedoch möglich.

Ist das Implantat sichtbar?

Das Stäbchen ist sehr klein und flexibel. Deshalb ist es unter deiner Haut nicht zu sehen. Du kannst es aber mit deinen Fingerspitzen ertasten. Das ist richtig so – und wichtig. Denn deine Frauenärztin/dein Frauenarzt sollte das Implantat leicht finden, wenn es nach drei Jahren wieder entfernt wird.

Wird das Stillen beeinträchtigt?

Das Hormonimplantat hat keinen Einfluss auf die Menge und die Zusammensetzung der Muttermilch. Kleine Mengen des Hormons gehen zwar in die Muttermilch über, beeinträchtigen aber nicht das Wachstum oder die Entwicklung des Kindes.