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Gestagenpille

Die Gestagenpille (auch „Minipille“ genannt) enthält ausschließlich Gestagene und wirkt ohne Östrogen. Sie wird „durchgenommen“ – also ohne die bei den meisten Kombinationspillen übliche einwöchige Unterbrechung je Zyklus.

Wie oft muss ich daran denken?

täglich

Die Gestagenpille muss täglich eingenommen werden

Wie sicher ist die Methode?


Typischer Pearl-Index:

9
sicher

Bis 90 von 1.000 Frauen werden pro Jahr trotz Gestagenpille schwanger

Wie wird der natürliche Zyklus beeinflusst?

Ja. Der natürliche Hormonhaushalt wird beeinflusst, Eizellreifung und Eisprung gehemmt

Wie wirkt die Methode?


Hormone wirken im ganzen Körper

Mit anderen Methoden vergleichen

Beschreibung, Wirkweise & Sicherheit

Gestagenpille enthält weniger Hormone

Weniger Hormone als im „Klassiker“

Gestagenpillen wirken zwar ähnlich wie die Kombinationspille, also im gesamten Körper, enthalten aber kein Östrogen zur Blutungs- bzw. Zyklusstabilisierung.

Gestagenpillen mit dem Wirkstoff Levonorgestrel dürfen nicht mehr als drei Stunden zu spät eingenommen werden, da sonst die Verhütungssicherheit beeinträchtigt werden kann. Dieses strenge Zeitfenster gilt nicht für Gestagenpillen mit Desogestrel, da diese höher dosiert sind. Bei ihnen lässt sich die Einnahme um bis zu zwölf Stunden verschieben, ohne dass der Empfängnisschutz beeinträchtigt wird.

Der typische Pearl-Index von Gestagenpillen liegt bei bis zu 9, d. h., bis zu 90 von 1.000 Frauen werden pro Jahr trotz Einnahme der Gestagenpille schwanger.

Mehr zum Pearl-Index

So funktioniert die Gestagenpille

Bei Gestagenpillen mit Levonorgestrel handelt es sich um klassische Gestagenpillen, die den Eisprung meist nicht verhindern. Sie verändern lediglich die Gebärmutterschleimhaut und den Schleim im Gebärmutterhals. Spermien können dadurch nicht mehr in die Gebärmutter eindringen, so dass eine Befruchtung verhindert wird.

Gestagenpillen mit Desogestrel, die heute wesentlich häufiger angewendet werden, sind dagegen so hoch dosiert, dass sie neben den bereits genannten Effekten auch systemisch den Eisprung verhindern.

Das sagt eine Anwenderin über die Minipille

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Mögliche Vor- und Nachteile

Gestagenpille für Stillende geeignet

Für stillende Frauen geeignet

Die Gestagenpille kommt ganz ohne Östrogene aus. Damit ist sie eine Alternative für Frauen, die Östrogene nicht vertragen oder wegen gesundheitlicher Risiken nicht nehmen dürfen.

Im Gegensatz zur Kombinationspille ist die Gestagenpille auch für stillende Frauen geeignet. Denn Gestagene verringern weder die Milchmenge noch die Zusammensetzung der Muttermilch.

Neben- und Wechselwirkungen der Gestagenpille

Neben- und Wechselwirkungen der Gestagenpille

Ähnlich wie bei der Pille können bei der Einnahme von bestimmten Medikamenten Wechselwirkungen auftreten. Antibiotika, Johanniskraut oder Mittel gegen Pilzerkrankungen und Epilepsie können die empfängnisverhütende Wirkung abschwächen. Auch starkes Übergewicht kann den Verhütungsschutz einschränken. Ebenso ist bei Magen-Darm-Erkrankungen kein zuverlässiger Schutz gegen Schwangerschaft mehr gewährleistet.

Zur ausführlichen Erklärung von Risiken und Nebenwirkungen wende dich bitte an deinen Frauenarzt/deine Frauenärztin.

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wie sicher ist die Gestagenpille?

Der typische Pearl-Index liegt bei bis zu 9, d. h., bis zu 90 von 1.000 Frauen werden pro Jahr trotz Einnahme der Gestagenpille schwanger. Dies liegt unter anderem an Einnahmefehlern, Wechselwirkungen mit Medikamenten oder verminderter Wirksamkeit bei Magen-Darm-Beschwerden.

Sind Zwischenblutungen bedenklich?

Zwischenblutungen treten meist in der Anfangsphase der Einnahme auf, weil der Körper sich an die Gestagenpille erst gewöhnen muss. Sie sind fast immer harmlos und gefährden – vorausgesetzt, die Pille wurde korrekt angewendet – die Verhütungssicherheit nicht. Bei stärkeren oder länger andauernden Blutungen solltest du jedoch eine Ärztin oder einen Arzt zurate ziehen.

Was, wenn ich schwanger werden will?

Nach dem Absetzen der Gestagenpille pendelt sich der Zyklus recht schnell wieder ein. Meist ist der „alte“ Rhythmus nach ein bis zwei Zyklen wieder hergestellt. Aber auch wenn sich die Blutung noch nicht wieder eingestellt hat: Du kannst trotzdem schwanger werden.

Thromboserisiko trotz Gestagenpille?

Östrogenhaltige Kombinationspillen erhöhen das Risiko für Thrombosen. Bei östrogenfreien Präparaten wie der Gestagenpille geht man davon aus, dass sie das Thromboserisiko bei gesunden Frauen nicht erhöhen.

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