HPV, Chlamydien, Pilze, Gonorrhoe, Genitalherpes

Neben HIV gibt es weitere STI, mit denen man sich beim Sex anstecken kann. Durch eine medikamentöse Therapie sind die meisten STI heilbar.

Symptome und Behandlung

HPV

HPV

Humane Papillomaviren (HPV) nisten sich im Körper ein und schlummern dort, ohne dass die/der Betroffene etwas davon merkt. Irgendwann können sie aktiv werden und verursachen dann Gewebeveränderungen, zum Beispiel am Ausgang der Gebärmutter, dem äußeren Muttermund. Unbehandelt können sich diese Veränderungen zu Gebärmutterhalskrebs entwickeln.

Das Risiko, sich mit HPV durch Geschlechtsverkehr anzustecken, ist sehr hoch. Zwar bieten Kondome einen gewissen Schutz, dennoch garantiert ihre Verwendung keine absolute Sicherheit. In Deutschland kannst du dich zum Schutz vor einer HPV-Infektion vorbeugend impfen lassen. Offiziell empfohlen ist die HPV-Impfung für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren.

HPV gelten auch als Verursacher von Genital- oder Feigwarzen. Diese zeigen sich meist an der Scheide, den Schamlippen, am Penis und der Aftergegend. Sie können vom Arzt entfernt werden. Da die Viren aber nach der Entfernung der Warzen im Körper bleiben (ähnlich wie Herpesviren), können sich Feigwarzen immer wieder neu bilden.

Chlamydien

Chlamydien

Chlamydien-Infektionen sind weit verbreitet und können bei Frauen zu Entzündungen der Gebärmutter, der Eileiter und Eierstöcke führen.

Die Beschwerden sind oft so schwach ausgeprägt, dass viele Betroffene eine Infektion nicht bemerken und diese chronisch werden kann. Als Langzeitfolgen einer unbehandelten Chlamydien-Infektion können Unfruchtbarkeit, Eileiter- bzw. Bauchhöhlenschwangerschaften oder Entzündungen im kleinen Becken auftreten. Chlamydien-Infektionen werden mit Antibiotika behandelt.

Die Gefahr einer Ansteckung lässt sich durch die Verwendung von Kondomen beim Sex verringern. Besonders Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern sollten sich regelmäßig untersuchen lassen.

Genitalherpes

Genitalherpes

Genitalherpes wird durch Viren hervorgerufen, die auch Lippenherpes verursachen. Die Ansteckung kann durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einem infizierten Partner erfolgen.

Die Infektion verläuft anfangs meist ohne Symptome. Treten Beschwerden auf, kommt es im Genitalbereich (Vulva, Penis, äußere Geschlechtsorgane) zu Juckreiz, Brennen und verstärktem Ausfluss. Später können kleine Bläschen entstehen, die sich mit Flüssigkeit füllen und verkrusten. Zudem können Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten.

Die Behandlung eines Genitalherpes erfolgt mit virushemmenden Medikamenten. Das Virus verbleibt jedoch für immer im Körper.

Pilzinfektionen

Pilzinfektionen

Die häufigsten Erreger für Pilzerkrankungen der Genitalien sind Hefepilze (Candida albicans) . Wie Milchsäurebakterien gehören diese Pilze zur Scheidenflora und leben dort in einem natürlichen Gleichgewicht. Wenn dieses Gleichgewicht gestört wird, kann es zu einer Vermehrung des Erregerpilzes und damit zu einer Vaginalmykose kommen.

Ursachen können Infekte, Hormonschwankungen oder Stoffwechselerkrankungen sein. Auch begünstigen bestimmte Medikamente (z. B. Antibiotika) die Entstehung. Zudem können Frauen, die durch eine übermäßige Körperhygiene ihre Scheidenflora verändern, zu eng anliegende oder synthetische Wäsche tragen oder viel Stress haben, betroffen sein.

Zu den Begleiterscheinungen gehört unangenehmes Brennen oder Jucken sowie ein veränderter, weißlich-bröckliger Ausfluss. Auch können Schwellungen, Rötungen oder Hautausschläge auftreten. Manche Frauen haben Schmerzen beim Wasserlassen oder während des Sex. Scheidenpilze können mit speziellen Scheidenzäpfchen, Cremes oder Vaginaltabletten behandelt werden.

Gonorrhoe

Gonorrhoe

Gonorrhoe (oder auch „Tripper“ genannt) wird durch Gonokokken verursacht und ist extrem ansteckend. Häufig wechselnde Geschlechtspartner und ungeschützter Sex führen zu einem erhöhten Ansteckungsrisiko.

Da die Infektion anfangs oft ohne Beschwerden verläuft, kann sie chronisch werden und zu Unfruchtbarkeit führen. Symptome sind brennende Schmerzen beim Wasserlassen und milchig-eitriger Ausfluss.

Eine Gonorrhoe wird mit speziellen Antibiotika behandelt. Wichtig ist, dass sich auch der Sexualpartner einer Behandlung unterzieht.

Syphilis

Syphilis

Bei der Syphilis handelt es sich um eine gefährliche bakterielle Infektionskrankheit. Auslöser ist das Bakterium Treponema pallidum. Häufig wird der Erreger beim Sex oder über Blutkontakt übertragen.

Erstes Anzeichen sind kleine Geschwüre an den Geschlechtsorganen. Wird Syphilis nicht behandelt, kann sie zu schweren Schäden an Herz, Gehirn, Augen und Knochen führen. Die Symptome können sich nicht nur an den Geschlechtsorganen zeigen, sondern am ganzen Körper. Denn die Erreger werden über das Blut sowie über Lymphbahnen verbreitet. Hautausschläge, Fieber, Haarausfall und viele weitere Symptome sind die Folge. In der Regel werden bei einer Syphilis Antibiotika verabreicht, wobei der Sexualpartner mitbehandelt werden muss.