Hormone: Boten der Lust?

Hier erfährst du, was es mit den einzelnen Hormonen auf sich hat und warum sie mitverantwortlich sind für PMS, Heißhungerattacken und Gewichtsschwankungen.

Tanz der Hormone

Hormone haben viele Aufgaben

Hormone haben viele Aufgaben

Wenn es um Geschlechtshormone geht, ist meist von Testosteron und Östrogen die Rede. Beide sind chemisch ganz ähnlich gebaut und beeinflussen unter anderem die sexuelle Lust. Im Leben einer Frau können sie – neben der Pubertät – vor allem in den Wechseljahren „Unruhe stiften”. Aber auch Monat für Monat legen sie einen schwungvollen Tanz aufs Parkett.

Hormone haben diverse Aufgaben im weiblichen Körper, von der Entwicklung der Brust während der Pubertät bis hin zum Knochenaufbau oder in einer Schwangerschaft. Im Wesentlichen bestimmen sechs Hormone den Monatszyklus einer Frau.

Die wichtigsten Hormone auf einen Blick

Östrogene

Östrogene steuern gemeinsam mit Gestagenen (Gelbkörperhormonen) den Zyklus. In der ersten Hälfte des Zyklus steigt der Östrogenspiegel an. Bis zum Eisprung wird die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung einer Eizelle vorbereitet. Wenn jedoch keine Befruchtung erfolgt, fällt nach dem Eisprung der Spiegel wieder ab. Einige Verhütungsmittel wie die Kombinationspille, das Hormonpflaster und der Hormonring wirken auch über Östrogene.

Gestagene

Der Gestagenspiegel, dabei allen voran das Progesteron, steigt ab dem Eisprung in der zweiten Zyklusphase. Dieses Hormon wird im Gelbkörper (dem Rest des Eibläschens, auch Follikel genannt) gebildet und heißt deshalb auch Gelbkörperhormon. Kommt es zu keiner Befruchtung, sinkt auch der Gestagenspiegel im Blut wieder ab, und es kommt zur Menstruationsblutung.

Testosteron

Testosteron ist ein männliches Geschlechtshormon, das in kleinen Mengen auch bei Frauen vorhanden ist. Ein niedriger Testosteronspiegel kann die Libido (sexuelles Verlangen) einschränken. Ein hoher Testosteronspiegel kann zu vermehrtem Haarwuchs oder unreiner Haut führen.

FSH

Das follikelstimulierende Hormon (FSH) steuert die Funktion der Eierstöcke. Es regt die Reifung der Eizellen sowie das Wachstum der Eibläschen (Follikel) im Eierstock an.

LH

Das luteinisierende Hormon (LH) löst den Eisprung aus. Es unterstützt die Bildung des Gelbkörpers. Deshalb steigt der LH-Spiegel in der Zyklusmitte an.

Prolaktin

„Prolaktin“ leitet sich vom lateinischen Wort für Milch „lac“ ab. Das Hormon wird vermehrt in Schwangerschaft und Stillzeit produziert und sorgt für die Milchbildung.

Hormone steuern Stimmungen

PMS ist ernst zu nehmen

PMS – wer ist hier schlecht gelaunt?

Welche Frau kennt das nicht: Kurz vor den Tagen verdüstert sich die Stimmungslage und der Heißhunger auf Schokolade nimmt quasi minütlich zu.

Häufig wird der Ausdruck „Ich habe PMS“ umgangssprachlich genutzt, um zickige Laune zu erklären. Tatsache aber ist, dass PMS durchaus ernst zu nehmen ist.

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) tritt in der zweiten Zyklushälfte mit unterschiedlichen körperlichen und psychischen Beschwerden auf. Dies können z. B. seelische Unausgeglichenheit oder Spannungsgefühle in den Brüsten sein.

Ursachen für PMS unklar

Ursache von PMS unklar

Die genaue Ursache ist bis heute unbekannt. Man nimmt an, dass die Symptome Folge der natürlichen Hormonschwankungen im Zyklus sind und dass Frauen unterschiedlich empfindlich darauf reagieren. Auch soll der Lebensstil – Ernährung, Stress, Bewegung – den Schweregrad des PMS beeinflussen.

PMS ist zwar für die Betroffenen äußerst unangenehm, aber meist nicht gefährlich.

Was tun gegen ...
Heißhungerattacken?

Ein paar Tage vor den „Tagen“ kann sich die Lust auf Herzhaftes oder Süßes verstärken.

Nichts, was der Kühl- oder Naschschrank verwahrt, ist dann mehr sicher. Besonders häufig werden Frauen von „Mr. Heißhunger“ in der zweiten Hälfte des Zyklus „gedatet“.


Aufräumen! (Kein Witz!)

Heißhungerattacken dauern im Schnitt nur wenige Minuten.

Wenn die Naschlust kommt, lenken Sie sich schnell ab.

Zum Beispiel mit Aufräumen, in einer Zeitschrift Blättern, die E-Mails Checken.

Nach ein paar Minuten ist die Attacke vorbei!


Ein Frische-Kick

Putz schnell deine Zähne oder gurgle mit Mundwasser!

Durch den frischen Geschmack wird der Heißhunger auf Süßes neutralisiert.


Der gute alte Kaugummi

Gerade fruchtige Geschmacksrichtungen befriedigen die Lust auf Süßes und der Kauapparat hat etwas zu tun.


Viel trinken

Hilft gegen Heißhunger und ist auch noch gesund: Viel trinken! Mindestens zwei bis drei Liter pro Tag – am besten Wasser, Schorlen oder ungesüßte Tees.


Die Waage nicht zu ernst nehmen

Bei Frauen können Gewichtsschwankungen von verschiedenen Faktoren abhängen. Der weibliche Zyklus ist einer davon: Wenige Tage vor oder auch nach der Menstruation wiegen Frauen mehr, weil der Körper Wasser einlagert. Dies ist auch der Grund, warum sich Frauen „vor oder nach den Tagen“ oft aufgeschwemmt fühlen.

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