Der männliche Körper

Männliche Genitalien werden oft auf Penis und Hodensack reduziert. Weniger bekannt sind die inneren Geschlechtsorgane des Mannes. Wie wäre es mit einer kleinen „Anatomiestunde“?

Von Hochleistungsfabriken und Boxenstopps

Penis als Symbol der Mänlichkeit

Penis und Eichel – Symbol der Männlichkeit

An der Spitze des Penis befindet sich die Eichel. Sie wird – wenn Männer nicht beschnitten sind – von der Vorhaut bedeckt. Die Eichel ist bei Männern die empfindsamste Stelle, ähnlich dem Kitzler von Frauen. Vorne hat sie eine kleine Öffnung, durch die Urin und Sperma fließen.

Der längere Teil des Penis heißt Schaft. Im Schaft befinden sich drei sogenannte Schwellkörper, die aus Blutgefäßen und Muskelfasern bestehen. Bei einer Erektion füllen sich diese Schwellkörper mit Blut, der Blutrückfluss wird gehemmt. Der Penis richtet sich dadurch auf, wird steif, die Vorhaut zieht sich zurück und die Eichel wird sichtbar.

durchschnittliche Penislänge

Der deutsche Penis misst im Schnitt 14 Zentimeter

Laut einer Studie der Universität Essen und von Pro Familia aus dem Jahr 2000 ist der Penis deutscher Männer im Durchschnitt genau 14,48 Zentimeter lang. Der durchschnittliche Durchmesser liegt bei 3,95 Zentimetern.

Untersucht hat die Studie 111 Männer zwischen 18 und 19 Jahren sowie 32 Männer zwischen 40 und 68 Jahren. Pro Familia folgerte aus den Studienergebnissen, dass ein Standardkondom bei jedem fünften jungen Mann (19,8 Prozent) ins Rutschen kommen könnte und die Verhütung damit nicht mehr sicher ist.

Sexmythen

Wie die Nase eines Mannes … so groß sein bestes Stück?

Stimmt nicht!

Im Jahr 2001 haben koreanische Wissenschaftler von der Pusan National University 655 Männer untersucht und herausgefunden, dass es keine Zusammenhänge zwischen Gesichts- und Geschlechtsmerkmalen gibt.* Die Nase lässt also keinen Rückschluss auf die Größe des männlichen Geschlechtsteils zu. Übrigens: Das gilt auch für die Länge der Finger oder die Größe der Füße …

* Quelle: Dr. Michael Prang, Die 101 größten Gesundheitsirrtümer, 2010

Männer haben nur eine begrenzte Anzahl an Samenergüssen

So ein Quatsch!

Der Samen des Mannes wird bis ins hohe Alter immer wieder nachproduziert. Sprüche wie „100 Schuss, dann ist Schluss“ entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage. Männer können also theoretisch auch noch mit 90 Jahren ein Kind zeugen.

Nur Frauen täuschen einen Orgasmus vor

Von wegen!

Eine Umfrage unter deutschen Männern und Frauen aus dem Jahr 2008 ergab, dass 70 Prozent der Frauen und 19 Prozent der Männer schon einmal einen Orgasmus vorgetäuscht haben*.

Also: Nicht nur Frauen schwindeln den sexuellen Höhepunkt herbei.

*Quelle: statista

Je größer der Penis, desto mehr Lustempfinden

Das denken die Männer...

... aber es stimmt nicht, denn die größte Lust empfinden Frauen bei der Stimulation der Klitoris und den Schamlippen. Um diese Zonen zu erreichen, benötigt der Mann keinen großen Penis.

Singles haben den besseren Sex

Und Paare langweilen sich im Bett? So lautet ein Sex-Mythos, der sich hartnäckig hält. Und das ist Humbug!

Paare können sogar viel intensiveren Sex haben als Singles, die sich nur für eine Nacht das Bett teilen. Da man sich so gut kennt, kann man sich meist besser auf den anderen einlassen. Laut der Durex-Studie „Sexual Wellbeing Global Survey“ (The Big O, 2008) haben Menschen in einer Beziehung tendenziell sogar häufiger einen Orgasmus beim Sex als Alleinstehende.

Aphrodisiaka bringen Lust auf den Teller UND ins Bett

Nun ja, Liebe geht schon durch den Magen. Aber machen Chili, Ingwer, Sellerie oder Austern wirklich Lust auf Sex? Nein, denn die Libido anregen können nur sexuelle Reize und keine Lebensmittel. Sex beginnt im Kopf und nicht auf dem Teller.

Obwohl: Ein schönes Essen zu zweit kann natürlich förderlich sein für das, was danach kommt … Daher auch das Sprichwort: Liebe geht durch den Magen.

Männer mit Glatze sind potenter

Weniger Haare = mehr Sex? Dieses Gleichnis geht nicht auf!

Laut Hans Wolff, dem Leiter der „Haarsprechstunde“ an der Dermatologischen Universitätsklinik München lassen sich keine Rückschlüsse auf die Männlichkeit ableiten.* Auch wenn die Ursache männlichen Haarausfalls oft ein erhöhter Testosteronspiegel ist, haben diese Hormone im Blut weniger Einfluss auf die Potenz eines Mannes als erhofft.

* Quelle: Focus

Scheidenkrampf = Penisbruch

Es gibt tatsächlich beides, aber …
… dass ein Paar derart „zusammenhängen“ und nur noch vom Notarzt getrennt werden kann, stimmt nicht!

Beim sogenannten „Vaginismus“ verkrampft die Scheide, und das passiert, wenn überhaupt, vor dem Eindringen des Penis. Die Muskeln am Scheideneingang verkrampfen und ein Eindringen ist kaum mehr möglich. Werden Scheidenkrämpfe durch körperliche Ursachen ausgelöst, kann eine medizinische Behandlung helfen.

Auch der Penisbruch kommt sehr selten vor. Es kann passieren, dass Gewebe reißt bzw. die Schwellkörper verletzt werden, was als Penisbruch bezeichnet wird. In dem Fall gilt: sofort zum Arzt!

Zu wenig Sex = Samenstau

Samen wird immer abgebaut. Fakt ist: Samen, der nicht ausgeschieden wird, wird vom Körper einfach abgebaut. Auch wenn Männer den sogenannten „Samenstau“ gern vorschieben, um Frauen für ein kleines Schäferstündchen zu gewinnen.

Mindestens dreimal Sex pro Woche, sonst ist man nicht normal

Das ist Blödsinn.

Wie oft normal ist, hängt ganz allein vom persönlichen Befinden ab! Ein Paar braucht genau so viel Sex, wie beide bereit sind zu geben. Und je offener darüber gesprochen wird, umso besser der Sex und zufriedener die Beteiligten.

Übrigens: Durchschnittlich haben die Deutschen einmal in der Woche Sex. Dabei werden Phasen der anfänglichen Verliebtheit und auftretende „Sexflauten“ eingerechnet. Lass dich nicht von irgendwelchen Zahlen unter Druck setzen: Die Quantität ist noch lange kein Indiz für die Qualität!

Sex macht schlank ...

Leider nicht. Schlechte Nachricht für alle, die abnehmen möchten: Sex macht nicht schlank!

Der im Volksmund gern genannte Verbrauch von 300 Kalorien pro Geschlechtsakt ist ein Mythos! Internationale Ernährungsforscher* haben herausgefunden, dass durchschnittlicher Sex in etwa so viele Kalorien verbrennt wie ein Spaziergang im langsamen Tempo. Da der Durchschnittssex allerdings mit nur sechs Minuten berechnet wurde, wären dies nicht einmal so viele Kalorien, wie ein Stück Schokolade enthält.

* Quelle: New England Journal of Medicine

Anatomie des Penises

Hodensack & Hoden – eine Hochleistungsfabrik

Im Hodensack liegen die Hoden, in denen die Spermien produziert werden. Von außen kann man die oval geformten Hoden ertasten.

Als Keimdrüsen des Mannes bilden sie die enorme Menge von etwa 2.500 Spermien pro Sekunde sowie das männliche Sexualhormon Testosteron.

Hinter den Hoden liegt der Nebenhoden. Er besteht aus einem sechs Meter langen, zu einem Knäuel gewickelten Röhrensystem, in dem Spermien reifen und lagern.

Samenleiter und Drüsen

Samenleiter & Drüsen – Boxenstopp für Spermien

Von den Nebenhoden führen die in der Leiste liegenden Samenleiter die Spermien erst in die Samenbläschen und dann in die Vorsteherdrüse (Prostata). Die Prostata regelt, wann Spermien oder Urin durch die Harnröhre fließen. Zudem bildet sie ein Sekret, das die Spermien vor dem „sauren“ Milieu der Vagina schützt.

In der Bläschendrüse (der früher häufige Begriff Samenbläschen wird immer seltener benutzt, denn die Drüse speichert keine Spermien) und in der Vorsteherdrüse werden außerdem Stoffe gebildet, die das Ejakulat flüssiger machen und die Samenzellen auf dem Weg in den weiblichen Körper mit Nahrung versorgen. Denn nur schnelle, bewegungsfähige Spermien schaffen es bis zur Eizelle.

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