Die Hormonspirale ist eine der sichersten Methoden der Empfängnisverhütung, genauso sicher wie die Sterilisation und die Pille (wenn sie regelmäßig eingenommen wird). Umfangreiche Studien haben gezeigt, dass von 1.000 Frauen, die die Hormonspirale ein Jahr anwenden, nur ca. 2 schwanger werden.
Die Hormonspirale verhütet „lokal“, weil das Gelbkörperhormon direkt in der Gebärmutter abgegeben wird. Die dazu täglich nötige Dosis ist so gering, dass Ihr natürlicher Zyklus mit Eisprung und Regelblutung weitgehend unbeeinflusst bleibt. Pille und Implantate z.B. verhüten dagegen durch die Unterdrückung des Eisprungs.
Bis zu 5 Jahre bietet Ihnen die Hormonspirale einen sicheren Schutz vor einer Schwangerschaft. Deshalb müssen Sie die Hormonspirale spätestens nach 5 Jahren wechseln lassen. Danach können Sie mit einer weiteren Hormonspirale oder einer anderen Methode verhüten.
Sie können Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt jederzeit bitten, die Hormonspirale zu entfernen. Falls Sie nicht beabsichtigen, die Hormonspirale durch eine neue ersetzen zu lassen, sollten Sie das Vorgehen bei einem geplanten Wechsel der Verhütungsmethode rechzeitig mit Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt besprechen.
Ihre Frauenärztin/Ihr Frauenarzt wird Ihnen die Hormonspirale höchstwahrscheinlich während der Monatsblutung einlegen, weil dann der Gebärmutterhals am weitesten ist, was das Einlegen erleichtert.Nach einer Geburt muss die Rückbildung der Gebärmutter abgewartet werden, was erfahrungsgemäß mindestens ca. 6 bis 8 Wochen dauert, manchmal auch bis zu 12 Wochen.
Zuerst wird Ihre Frauenärztin/Ihr Frauenarzt Sie gynäkologisch untersuchen, um abzuklären, ob aus medizinischer Sicht eine Einlage möglich ist. Mit Hilfe eines dünnen Röhrchens wird die Hormonspirale durch die Scheide in die Gebärmutter eingeführt. Wird das Röhrchen herausgezogen, entfalten sich die Arme der Hormonspirale und sichern so eine stabile Position in der Gebärmutter. Schließlich werden die Rückholfäden auf eine passende Länge gekürzt. Dies geschieht normalerweise ambulant ohne Narkose.
Sofort, der Empfängnisschutz besteht unmittelbar nach der Einlage, wenn die Hormonspirale während der Menstruation eingelegt wird.
Beim Einlegen kann ein vorübergehendes leichtes Ziehen, wie bei einer Monatsblutung, auftreten. Sind Sie leicht schmerzempfindlich, sprechen Sie Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt auf eine vorbeugende schmerzstillende Behandlung oder lokale Betäubung an. Unmittelbar nach dem Einlegen können menstruationsähnliche Beschwerden auftreten. Diese klingen erfahrungsgemäß nach kurzer Zeit wieder ab.
Die Lage der Hormonspirale sollte unmittelbar nach der Einlage durch Ultraschall kontrolliert werden. 6-12 Wochen nach der Einlage und danach alle 6–12 Monate wird eine Kontrolluntersuchung empfohlen.
Die Hormonspirale hat eine sehr hohe empfängnisverhütende Wirkung, vergleichbar mit der Pille und der Sterilisation. Nur wenn bei Blutungsfreiheit zusätzliche Anzeichen für eine Schwangerschaft auftreten, wie z. B. Übelkeit und Brustspannen, sollten Sie umgehend Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt aufsuchen.
Sie können sicherheitshalber einen Schwangerschaftstest bei Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt machen, brauchen diesen aber nicht zu wiederholen, wenn Sie weiter blutungsfrei sind.
Durch die Wirkung der Hormonspirale auf die Gebärmutterschleimhaut wird diese im monatlichen Zyklus weniger als üblich aufgebaut. Die Monatsblutungen werden dadurch im Laufe der Anwendung kürzer und schwächer. Ein Fünftel der Anwenderinnen ist nach einem Jahr blutungsfrei.
Die Hormonspirale kann jederzeit leicht von Ihrer Frauenärztin/ Ihrem Frauenarzt entfernt werden. Die Möglichkeit, schwanger zu werden, besteht schon beim nächsten Eisprung, also bereits innerhalb des ersten Monats nach der Entfernung der Hormonspirale.
Da alle Veränderungen im Körper innerhalb kürzester Zeit vollständig reversibel sind, verläuft die Schwangerschaft so, als wäre zuvor keine Hormonspirale angewendet worden.
Die Hormonspirale eignet sich besonders für Sie, wenn Sie
In einem ausführlichen Gespräch wird Ihre Frauenärztin/Ihr Frauenarzt Sie über die Anwendung der Hormonspirale beraten und abklären, dass keine medizinischen Gründe gegen das Einlegen der Hormonspirale sprechen.
Die Rückholfäden der Hormonspirale wird Ihr Partner normalerweise nicht spüren. Sollten diese dennoch als unangenehm oder störend empfunden werden, bitten Sie Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt, die Länge der Fäden zu kürzen.
Nein, die Hormonspirale ist so weich und flexibel, dass Sie diese auch bei intensiver sportlicher Betätigung nicht spüren.
Ja, viele Frauenärztinnen/Frauenärzte empfehlen die Hormonspirale während der Stillzeit, weil sie keinen negativen Einfluss auf Menge und Zusammensetzung der Muttermilch hat.
Die Hormonspirale kann nach einer Geburt eingelegt werden, sobald die Gebärmutter wieder ihre normale Größe erreicht hat. Dies ist etwa nach 6 bis 12 Wochen der Fall.
Von Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt erhalten Sie einen Anwenderinnen-Pass, auf dem das Einlage- und Entfernungsdatum eingetragen werden. Bewahren Sie diesen Pass sorgfältig auf, dann vergessen Sie den Termin des spätesten Entfernens nicht.
Das mögliche Ausbleiben der Menstruation unter der Hormonspirale ist durch den Gestageneinfluss bedingt und ist medizinisch unbedenklich. Das Gestagen verhindert den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Sofort nach dem Entfernen der Hormonspirale baut sich die Gebärmutterschleimhaut wieder auf.
Die Hormonspirale kann auch bei Frauen gelegt werden, welche noch nie geboren haben. Es handelt sich hier jedoch nicht um die Methode der ersten Wahl und sollte nur bei explizitem Wunsch und medizinisch gesicherter Anwendbarkeit zum Einsatz kommen. Im Gegensatz zur Kupferspirale, welche aus Angst vor Infektionen des Unterleibs (die einen späteren Kinderwunsch evtl. verhindern) nicht gerne angewandt wird, sind Infektionen unter der Hormonspirale so selten wie bei der Pille. Die gestagenbedingte Verdickung des Muttermundschleims verhindert das Aufsteigen von Bakterien in die Gebärmutter und die Eileiter. Somit sind sie vor Infektionen geschützt.
Achtung: wie alle anderen Verhütungsmethoden – ausser dem Kondom – schützt die Hormonspirale nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie z.B. AIDS.
Die Hormonspirale ist für Ihren späteren Kinderwunsch kein Risiko. Einzig die Einlage der Hormonspirale kann bei Frauen, welche noch nie geboren haben, wegen des engen Muttermundkanals etwas schwieriger sein. Ihre Frauenärztin/Ihr Frauenarzt wird Sie diesbezüglich nach der gynäkologischen Untersuchung gerne beraten.
Die Hormonspirale wird im Allgemeinen sehr gut vertragen, da sie direkt in der Gebärmutter wirkt und die zur Empfängnisverhütung benötigte Hormonmenge deutlich geringer ist als bei anderen hormonellen Verhütungsmitteln. Manchmal können dennoch, meist beschränkt auf die ersten 3 Monate nach der Einlage Begleiterscheinungen wie Zwischenblutungen, Kopfschmerzen, Brustspannen, Übelkeit, Akne oder Stimmungsschwankungen auftreten. Bitte lesen Sie dazu auch die Gebrauchsinformation.
Die Kosten für die Hormonspirale inklusive der Einlage sind individuell verschieden und betragen etwa 300 bis 450 €. Die Hormonspirale ist eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL), die Sie wie andere Methoden der Empfängnisverhütung selbst bezahlen. Durch die Anwendungsdauer von bis zu 5 Jahren ist die Hormonspirale günstiger als zahlreiche andere Verhütungsmethoden. Sie rechnet sich schon ab 3 Jahren Liegedauer.
Weitere Fragen beantwortet Ihnen natürlich Ihre Frauenärztin/Ihr Frauenarzt.
Oder Sie rufen unser Service-Team an, das Ihre Fragen gerne beantwortet.
Telefonnummer: 0180 / 4090909
(montags bis freitags von 8:00 bis 18:00 Uhr; 0,20 € pro Anruf aus dem deutschen Festnetz; Mobilfunk max. 0,42 €)